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KFZ Versicherer unter die Lupe

Das System der Schadenfreiheitsklassen ist in Deutschland seit Jahrzehnten etabliert und sorgt bei jahrelangem, sicherem Fahren für eine schrittweise Reduktion des zu leistenden KFZ Beitrags. Bislang viel es Kunden von Versicherungen sehr leicht, die einzelnen Tarife der Konzerne miteinander zu vergleichen, da sich diese grob an das gleiche Schema der Freiheitsklassen hielten. Dies dürfte jedoch ab dem Jahr 2012 nicht mehr so einfach sein und für einige Verwirrung nicht nur bei Millionen von Versicherungsnehmern führen. Einzelne Versicherungen in Deutschland planen eine konkrete Umstellung ihres Rabattsystems, wobei niedrigere Prozentsätze für den Kunden nicht zwingend mit niedrigeren Beiträgen einhergehen müssen.

Die höhere Zahl an Schadenfreiheitsklassen und ihre Folgen

Bei den meisten autoversicherungen war bislang die Freiheitsklasse 25 das Maximum, das sich je nach Unternehmen in einer Beitragsreduktion von bis zu 30% des Kernbeitrags widerspiegelte. In Zukunft planen einzelne Versicherer, ihr System bis zu einer Schadenfreiheitsklasse 35 zu erweitern, hierdurch entsteht die Möglichkeit, noch über weitere Jahre hinweg aufzusteigen und so Vorteile bei der Schadensregulierung und Beitragszahlung zu erwerben. Als Versicherungsnehmer sollte man sich dabei auf eher krumme Prozentzahlen einstellen, eine Reduktion in Fünfer- oder Zehnerschritten ist bei diesen Anbietern eher ein Konzept der Vergangenheit und dürfte die individuelle Berechnung von Beiträgen und Prozentsätzen eher erschweren.

Den Grundbetrag einer KFZ Versicherung genau überprüfen

Natürlich möchten einige Versicherungen in Deutschland mit der Neuregelung neue Kunden gewinnen, die sich hier von höheren Schadenfreiheitsklassen und niedrigeren Prozentsätzen überzeugt sehen. Dabei muss ein geringerer Prozentsatz im Vergleich zur alten Regelung gar nicht mit Ersparnissen verbunden sein. Eine Schadenfreiheitsklasse nach neuem System in Höhe von 70% des Grundbetrags kann sogar teurer sein als eine Klasse von 120% bei einem Konkurrenten mit altem System. Die Prozentsätze sagen schließlich nichts über den Grundbetrag in Euro aus, der für die Berechnung der einzelnen Beitragshöhen zu Grunde gelegt wird. Genau auf diesen sollte somit geachtet werden, bevor voreilig wegen interessanter Prozentsätze zu einer neuen Versicherung gewechselt wird.

Kunden von Autoversicherungen in Zukunft noch stärker gefordert

Die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Autoversicherungen dürfte auch für erfahrene Versicherungsnehmer in Zukunft also erschwert sein. Ohne weiterführende Informationen oder eine rechnerische Unterstützung dürfte es so in den nächsten Jahren kaum mehr möglich sein, einen sachlichen und aussagekräftigen Vergleich der KFZ Tarife in Deutschland durchzuführen. Vor allem sollten Wechselwillige mehr denn je darauf achten, was sich hinter den Angeboten der einzelnen Versicherungen verbirgt: Schneller als gedacht wird sonst aus einem Spitzenangebot mit sehr niedrigen Prozentsätzen in den Schadenfreiheitsklassen eine kostspieliger Versicherungsschutz.